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Galerie f5,6 Mai- Juli 2017

Photographic Chemistry 2000-2017

Seit mehr als 15 Jahren arbeitet Ulrich Schmitt an seinem Projekt:
„J. M. Eder* - Photographic Chemistry“

Ausgebildet an der Kunstakademie in München und der Camberwell School of Arts in London
stehen bei Ihm die physikalischen und chemischen Prozesse der Fotografie im Vordergrund.
Insbesondere sind ihm die Verfahren zu farbigen Umentwicklung von SW-Entwicklungspapieren,
die seit Ende des 19. Jhs. erfunden wurden, ein Anlass eines aufwendigen künstlerischen
Forschungsverfahrens. ...  

 
 

Die fotografische Ästhetik des „Noch-immer“... Aufnahme, (Vor)Bild, Malerei Ulrich Schmitts Landschaftsfotografie

von Heinz Schütz, 2005/2010

Die Fotografie bringt ihren eigenen Diskurs hervor und steht doch mit anderen Diskursen in enger Verbindung. Seit ihrer Entstehung partizipiert sie als technisches Medium an Entdeckungen der Physik und der Chemie, gleichzeitig ist sie eng mit dem Kunstdiskurs verkoppelt. Die Fotografie übernimmt Funktionen, die vorher, als das Autonomieideal der Moderne noch nicht den Kunststatus bestimmte, die Malerei und insbesondere die Druckgraphik erfüllten. Sie greift bereits in ihrer Frühzeit Gattungen auf, die die Kunst als Porträt-, Stillleben- oder Landschaftsmalerei für sich reklamiert hatte. Im 20. Jahrhundert ist die immer wieder aufkeimende Debatte, ob Fotografie Kunst sein kann, endgültig obsolet geworden. Fotografie hat sich nicht nur im Kunstkontext positioniert, in den neunziger Jahren entwickelt sie sich dort für einige Zeit zum wohl meist beachteten Medium...

...Malerei wird immer wieder mit der Subjektivität des Künstlers in Verbindung gebracht,
Fotografie hingegen gilt aufgrund ihrer Abbildungsmechanismen als weitgehend
objektives, realistisch dokumentierendes Medium.

... die das einzelne Subjekt übersteigende ikonologische Ebene ist die Ebene der (gemalten und fotografierten) Bilder und der Bildtraditionen. Bilder antworten hier nicht nur auf Bilder und generieren neue Bilder, sie formen auch, ganz im Gegensatz zur naiven Realismusvorstellung, die Wahrnehmung der Welt. In seinen Überlegungen zur Entstehung der Landschaftsmalerei, weist Ernst Gombrich auf die herausragende Rolle der der Wahrnehmung vorausgehenden Bilder: Anstelle der verbreiteten Annahme, die zunehmende Entdeckung der sichtbaren Welt führe in der Renaissance zur realistischen Landschaftsmalerei, tendiere er dazu „die Formel umzudrehen und die Behauptung aufzustellen, dass die Landschaftsmalerei früher da war als unser „Gefühl für Landschaft“.“ * Pointierter: Nicht die Weltwahrnehmung wird in Bilder übersetzt, sondern Bilder formen die Wahrnehmung der Welt. Gombrichs Andeutung vom Vorrang der Bilder lässt sich auf spezifische und im weitesten Sinne postmoderne Weise auf die Fotografien von Ulrich Schmitt übertragen. ...